Ausgangssituation:Ab 2007 soll schrittweise jeder gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland eine elektronische Patientenkarte erhalten, um die bisherige Krankenversichertenkarte abzulösen. Die Gesundheitskarte wird technisch so weiterentwickelt sein, dass sie in der Lage ist, neben ihren administrativen Funktionen auch Gesundheitsdaten zu transportieren. Die Vertraulichkeit der sensiblen medizinischen Daten eines jeden Patienten darf dabei nicht gefährdet werden, denn damit würde die breite Akzeptanz durch die Bevölkerung ggf. untergraben werden. Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland gilt mit einem Volumen von rund 1,4 Milliarden Euro als das größte Telematik-Projekt der Welt. Realisierung:In dem vorliegenden Forschungsvorhaben „Sicherheitsanalyse der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte im Raum Ingolstadt“ wird einerseits eine systematische und iterative Sicherheitsanalyse durch eine wissenschaftlich gestützte Vorgehensweise sichergestellt. Andererseits wird eine praxisnahe integrierte Evaluation der analysierten Sicherheitsanforderungen gewährleistet. Ziel ist es mögliche Fehler frühzeitig erkennen und die Ergebnisse der Sicherheitsevaluation zu der Verbesserung der eGK-Prozesse rechtzeitig allen Beteiligten kommunizieren zu können.Folgende Kernfragestellungen werden in diesem Forschungsvorhaben adressiert:
- Welche Eigenschaften der zentralen technischen, organisatorischen und ökonomischen Kriterien können für eine derartige Sicherheitsanalyse identifiziert werden?
- Wie können Sicherheitsanforderungen des Telematikpilotprojektes erkannt und in der Modellregion Ingolstadt nutzergruppenspezifisch (Patienten, Leistungserbringer, Kostenträger) systematisiert werden?
- Wie können die definierten Sicherheitsanforderungen in der Testregion Ingolstadt umgesetzt werden? Wie ist die dafür notwendige, Prozessreorganisation in der Modellregion zu gestalten?
- Wie kann die Verteilung der analysierten Sicherheitsanforderungen auf die verschiedenen Teilkomponenten der Gesundheitstelematikinfrastruktur im Raum Ingolstadt definiert werden? Wie wird die soziotechnische und ökonomische Vorteilhaftigkeit von Sicherheitskonzepten abgeschätzt?
Nutzen:- Entwicklung einer Methodik zur nutzerseitigen, formativen und projektbegleitenden Sicherheitsevaluation.
- Systematisch erarbeitete Verbesserungsvorschläge für die Telematiktestregion auf Prozess-, und Informationssystemebene.
- Akzeptanzförderung der eGK-Einführung bei Patienten, medizinischem und pflegerischem Personal durch transparente, wissenschaftlich neutrale und mulitperspektivische projektbegleitende Sicherheitsevaluation.
- Erfolgssicherung und Investitionsschutz für den Projektträger durch kontinuierliches Evaluations-Feedback und Verbesserungsvorschläge.
Ansprechpartner:Dipl.-Inf. Univ. Ali SunyaevLehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Technische Universität MünchenBoltzmannstr. 3, 85748 Garching bei München, Deutschland Germanysunyaev[at]in.tum.dephone:+49-(0)89-289-19527fax:+49-(0)89-289-19533www.winfobase.de