Ausgangssituation:Das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) fordert die Einführung einer neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die die bisherige Krankenversichertenkarte (KVK) ablösen wird. Um die Implementierung der Gesundheitskarte und der Telematik-Infrastruktur im kleineren Rahmen zu testen, wurden Test-/ Modellregionen ausgewählt. Diese Testvorhaben sind notwendig, um die Akzeptanz der beteiligten Partner (Patienten, Ärzte , Apotheker, Kostenträger und Selbstverwaltungen der Leistungserbringer etc.) gegenüber der zu etablierenden Medizintelematik aufzubauen, zu erhalten und zu optimieren, die bundesweite Interoperabilität sicherzustellen und gegebenenfalls Änderungen rechtzeitig vor Beginn des Gesamtrollouts vornehmen zu können. Bisher gab es im Bundesgebiet viele Piloten, die eine bessere Kommunikation zwischen den Leistungserbringern und eine Steigerung der Behandlungsqualität zum Ziel hatten. Bereits im Jahr 1999 wurde in Bayern mit der Planung des Projektes Bayerische Gesundheitschipkarte und Kommunikation (BGK) begonnen. Das BGK Projekt hatte damals schon das Ziel, ein elektronisches Rezept in einer Testregion mit einer Karten- und Online-Lösung einzuführen. Dieser sehr frühe Ansatz konnte aufgrund der fehlenden politischen Rahmenbedingungen nicht erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Aufbauend auf diesen Erfahrungen und unterstützt durch die gesetzlichen Vorgaben des GMG haben sich in einem breiten Konsens in Bayern die Selbstverwaltung und die regionalen Strukturen im Verein Baymatik zusammengefunden, um in der Pilotregion Ingolstadt das Modellvorhaben in Abstimmung mit der gematik GmbH durchzuführen.
Realisierung:Folgende vier Arbeitspakete sollen sequentiell abgearbeitet werden:



Folgende Kernfragestellungen werden in diesem Forschungsvorhaben adressiert:
- Wie können Nutzenpotentiale der elektronischen Gesundheitskarte erkannt und in der Modellregion Ingolstadt nutzergruppenspezifisch systematisiert werden?
- Welche Anforderungen ergeben sich an die Prozesse, um die Nutzenpotentiale der elektronischen Gesundheitskarte in der Modellregion heben zu können?
- Wie können die erkannten Mehrwertmöglichkeiten in der Testregion Ingolstadt umgesetzt werden?
- Wie sieht die, dafür notwendige, Prozessreorganisation in der Modellregion aus?
- Wie kann diese Prozessreorganisation in der Testregion Ingolstadt sicher und wirtschaftlich umgesetzt werden?
Nutzen:
Die elektronische Gesundheitskarte und die dafür geschaffene Telematikinfrastruktur in Deutschland können große Mehrwerte für alle Beteiligten im Gesundheitswesen mit sich bringen. Diese vorhandenen Nutzenpotentiale müssen richtig erkannt und dementsprechend gehoben werden. Durch eine systematische, wissenschaftliche und praxisrelevante Studie an dem Beispiel des Telematikpilotprojektes zur Einführung der eGK im Raum Ingolstadt können diese Möglichkeiten verdeutlicht und umgesetzt werden, insbesondere vor dem Hintergrund des dort anstehenden Tests mit ca. 100.000 Versicherten, den Kostenträgern und Leistungserbringern. Durch die Studie für die Einführung der eGK ergeben sich zwei Vorteile. Erstens sind die Ergebnisse des Feldtests durch den Teilnehmerumfang zugleich aussagekräftig und überschaubar. Sie lassen sich somit auf die flächendeckende Einführung der eGK übertragen. Zweitens lässt sich durch die zielgruppenspezifisch erhobenen Potenziale und den entsprechend darauf abgestimmten Handlungsvorschlägen die Akzeptanz der eGK signifikant steigern.
Ansprechpartner:
Dipl.-Inf. Univ. Ali Sunyaev
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Technische Universität München
Boltzmannstr. 3, 85748 Garching bei München, Deutschland Germany
sunyaev[at]in.tum.de
phone:+49-(0)89-289-19527
fax:+49-(0)89-289-19533
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